Bedienungsanleitung zur ZELLE

1. Einleitung

Die ZELLE ist ein batteriebetriebenes, intelligentes Interface.
Eine wichtige Anwendung liegt in der ortsunabhngigen
Registrierung von Medaten, die spter an einem PC ausgewertet
werden sollen.

Das Gert lt sich auch als direktes Interface fr den PC
einsetzen. Me-, Steuer- oder Regelprogramme fr den PC verwenden
die ZELLE dann als Ein-/Ausgabeeinheit.

Die Mglichkeit, mit der ZELLE als eigenstndigem Computer
Programme zu laden und auszufhren, erlaubt die Anwendung als
autonome Steuereinheit. Einmal geladene Programme bleiben beliebig
lange einsatzbereit. Programme knnen in der Steuersprache SIMPEL
geschrieben werden, fr die ein Compiler erhltlich ist.


2. Die Hardware

Die ZELLE verfgt ber vier Mekanle mit eigenen
Anschlubuchsen und einen Sammelanschlu. Verschiedene
Mewandler erlauben die Erfassung nicht-elektrischer Gren.
Alle Einstellungen und die Auswertung von Meergebnissen
erfolgt ber einen PC, der ber die RS232-Schnittstelle mit der
ZELLE verbunden wird. Die folgenen Abbildungen zeigen die
Anschlsse und Bedienelemente:



    Anschlsse und Bedienelemente

   1. Batteriefach fr vier Mignonzellen (Batterien oder
      NC-Akkus)
   2. Serielle Schnittstelle, verbindet die ZELLE ber das
      serielle Kabel mit dem PC
   3. Anschlu fr externe Stromversorgung, 5V stabilisiert.
   4. RESET-Taster, setzt die ZELLE an den Speicheranfang
      zurck oder startet ein Programm der ZELLE neu.
   5. START-Taster, lst Messungen aus
   6. Data-LED, zeigt laufende Messungen an.
   7. Ein/AUS-Schalter, in Stellung AUS werden Medaten und
      Programme gepuffert.
   8. Betriebsanzeige-LED
   9. Sammelanschlu fr analoge und digitale Ein-/Ausgnge und
      Betriebsspannung
  10. Einzelanschlsse fr die Mekanle 1 bis 4


Technische Daten:
 Prozessor       : 80C39, ROM-lose C-MOS-Version aus der 8048-Familie
 Betriebssystem  : Gre 1K, ber Jumper J1 und J2 sind bis zu vier
                   Versionen im 8-K-EPROM whlbar
 RAM             : 8K, davon 6K fr Daten, 1K fr Zusatzprogramme
 AD-Wandler      : 4 Kanle, 8 Bit, 0...2,5V, geschtzt bis +/-10V
 Geschwindigkeit : von 1 ms/Messung bis 1 min/Messung
 Versorgung      : Batteriespannung 4V...6V, keine Spannungsregelung,
                   ca. 15mA im Betrieb, 1A in Stellung "AUS"
                   (Datenpufferung)
 Digitalports    : vier digitale Ein/Ausgnge D1...D4
                   ein einzelner digitaler Steuerport St
 Bedienelemente  : EIN/AUS-Schalter, RESET-Taster, START-Taster,
                   eine LED zeigt A/D-Wandlungen.
 Expansion-Port  : ber einen internen RAM-Sockel kann der Daten-
                   und Adrebus fr externe Peripherie unter 256
                   Adressen angeschlossen werden.


3. Die ersten Schritte mit der ZELLE

Zur  berprfung  und  zum  Kennenlernen  der  ZELLE sollten Sie
folgende Schritte durchfhren:

- Legen Sie Batterien ein.

- Verbinden Sie die ZELLE ber das mitgelieferte Datenkabel mit
  der seriellen Schittstelle Ihres PC.

- Schalten Sie die ZELLE ein.

- Legen Sie die mitgelieferte Diskette ein und starten Sie das
  Programm MONITOR. (Falls Sie die zweite oder eine weitere
  serielle Schnittstelle verwenden, starten Sie das Programm
  mit Monitor 2, Monitor 3 oder Monitor 4.)

- Whlen Sie den Menpunkt "Ein/Aus", indem Sie die Taste E
  drcken oder den Leuchtbalken mit den Pfeiltasten nach rechts
  schieben und die Return-Taste bettigen.

Auf dem Bildschirm sehen Sie nun alle aktuellen
Eingangszustnde der ZELLE. U.a. knnen Sie direkt die
Betriebsspannung  der ZELLE ablesen,  solange der Analogkanal 4
unbenutzt  bleibt.  Alle  anderen, offenen Eingangskanle zeigen
zufllige Werte, meist die Obergrenze von 2,55 V.

Mit einem angeschlossenen Mewandler wird der entsprechende
Mewert sofort sichtbar. Vor dem Anschlieen eines Mewandlers
sollte die ZELLE ausgeschaltet werden.

Gleichzeitig mit den Analogeingngen werden auch alle digitalen
Eingnge der ZELLE gelesen und angezeigt. Der Ruhezustand der
Ports D1...D4 und St ist 1. Jede nderung durch von auen
angelegte Pegel wird angezeigt. Auch ein Bettigen der Start-
Taste wird gelesen.

Die Zustnde der Digitalports D1..D4 knnen durch die
Funktionen DezAus (Taste D drcken) und BinAus (Taste B
drcken) verndert werden. DezAus verlangt eine Eingabe 0...15,
BinAus verlangt vier Zeichen o/i, also oooo bis iiii. Jede
nderung des Zustands der Portleitungen durch eine Ausgabe wird
genauso zurckgelesen, es sei denn eine Leitung wrde extern
auf 0 gesetzt.

Genauso kann der Zustand des Steuerports durch die Funktion
StAus (Taste S drcken) verndert werden, solange er nicht von
auen auf 0 gesetzt ist.

Das Monitorprogramm dient zum einfachen berprfen jedes
Versuchsaufbaus mit der ZELLE. Es untersttzt auerdem autonome
Messungen und die Verwendung nachladbarer Programme.
Eine genauere Beschreibung der einzelnen Funktionen erfolgt im
Kapitel 4 dieser Bedienungsanleitung.




4. Das Monitorprogramm

Das Monitorprogramm ist ein universelles Werkzeug, das
alle Grundfunktionen der ZELLE untersttzt. Es hat
Schnittstellen zur Datenausgabe an andere Programme und zum
Einlesen nachladbarer Programme.

Vor dem ersten Einsatz des Monitorprogramms sollten Sie eine
Sicherheitskopie der Programmdiskette anfertigen. Soll das
Programm auf einer Festplatte installiert werden, dann knnen mit
copy *.* alle Dateien der Programmdiskette in ein Verzeichnis
kopiert werden. Mindestens die Dateien MONITOR.EXE und
MONITOR.HLP sowie der bentigte Grafiktreiber (z.B. EGAVGA.BGI
fr VGA- und EGA-Karten) mssen im selben Verzeichnis stehen.

Der Aufruf des Programms erfolgt mit MONITOR <Return>.
Zustzlich mu beim Start die serielle Schnittstelle angegeben
werden, wenn COM2, COM3 oder COM4 verwendet werden soll. Fr die
zweite serielle Schnittstelle (COM2) lautet der Aufruf also
MONITOR 2 <Return>.

Der zustzliche oprtionale Parameter "s" erzwingt eine
schwarz/weie Darstellung, z.B. fr LCD-Displays.

Nach dem Start befindet sich das Programm in seinem Hauptmen.
Das gewnschte Untermen lt sich durch Verschieben des
Leuchtbalkens mit den Pfeiltasten und anschlieendes <Return>
erreichen. Alternativ kann auch der Anfangsbuchstabe des
Untermens getippt werden. In den Untermens knnen die
einzelnen vertikal dargestellten Funktionen ebenfalls mit
Pfeiltasten und <Return> oder mit ihrem Anfangsbuchstaben
erreicht werden. Von jedem Menpunkt aus gelagngt man mit <Esc>
wieder auf die nchst hhere Stufe des Mens.

Das Programm enthlt Hifetexte, die auf der Ebene der Untermens
oder des Hauptmens mit <H> aufgerufen werden knnen. Im
folgenden werden die einzelnen Funktionen des Programms erklrt.



Datei
  Hier werden Medaten gespeichert und geladen oder fr externe
  Programme konvertiert. Auerdem kann das Programm ber das
  Dateimen verlassen werden.

Datei/Laden 
  Frher abgespeicherte Medaten knnen mit dieser Funktion
  geladen werden. Die Dateien haben die Kennung .DAT. Zugleich
  werden zugehrige Kommentartexte mit der Kennung .ZTX geladen,
  sofern sie vorhanden sind. Wird eine Datei geladen, dann
  werden alle aktiven Einstellungen dieser Datei als
  Voreinstellungen fr die nchste Messung bernommen.

Datei/Speichern
  Die gemessene Daten werden zusammen mit einem
  eventuell erstellten Kommentartext unter einem angegebenen
  Namen auf die Diskette gespeichert.

Datei/Konvertieren
  Mit diesem Menpunkt kann eine Ausgabedatei im ASCII-Format
  erzeugt werden. Zeiten und die Mewerte der einzelnen Kanle
  werden durch TAB-Zeichen getrennt und sind zeilenweise
  geordnet. Diese Datei kann z.B. von
  Tabellenkalkulationsprogrammen eingelesen werden.

Datei/Ende
  Rckkehr ins Betriebssystem


Meserie
  Hier kann eine autonome Meserie eingerichtet, gestartet,
  eingelesen und grafisch dargestellt werden. Folgende
  Menpunkte knnen angewhlt werden:

Meserie/Parameter
  Die gewnschten Einstellungen der ZELLE werden vom Benutzer
  gesetzt. Fr jede Messung sind die aktiven Kanle, die Lnge
  eines Meblocks und die Intervallzeit festzulegen. Die
  voreingestellten Werte sind:

    Nur Kanal 1
    1000 Messungen pro Block
    1 ms pro Einzelmessung

  Besttigt man die Voreinstellungen, dann knnen sechs einzelne
  Meblcke mit jeweils einer Sekunde Mezeit nacheinander durch
  die Starttaste der ZELLE ausgelst werden. Mit lngeren
  Blcken oder mehr Kanlen wird mehr Speicherplatz durch einen
  Block belegt. Das Produkt (Anzahl der aktiven Kanle)*(Anzahl
  der Messungen pro Block) darf nicht grer als 6136 sein,
  damit ein Block vollstndig gemessen werden kann.

  Die gesamte Mezeit fr einen Meblock betrgt
  (Blocklnge)*(Mezeit pro Einzelmessung). Eine Einstellung von
  60000 ms/Messung bei einer Blocklnge von 720 Einzelmessungen
  ergbe z.B. eine gesamte Medauer von 720 Minuten = 12 Stunden.

  Mit dem Verlassen des Parameter-Mens werden die gewhlten
  Einstellungen in die ZELLE bertragen. Nun kann die ZELLE vom PC
  getrennt werden, um eine ortsunabhngige Messung durchzufhren.
  Jeder Meblock wird dabei mit der Start-Taste ausgelst.

  Vor dem Beginn und nach dem Ende der Messungen darf die ZELLE
  ausgeschaltet werden. Nachdem bereits eine Messung ausgelst
  wurde, hat jedes Aus- und Wiedereinschalten jedoch die gleiche
  Wirkung wie die RESET-Taste: Die nchste ausgelste Messung
  berschreibt die alten Daten von Anfang an.

Meserie/Start
  Auslsen des ersten Blocks der Serienmessung, ohne da die
  Starttaste der ZELLE gedrckt wird. Mehrmaliges Auslsen
  berschreibt jeweils den ersten Meblock.

Meserie/Einlesen
  Hier werden die gewonnen Medaten der ZELLE an den PC
  bergeben. Das Programm fragt die Anzahl der gewnschten
  Blcke ab. Sie ist normalerweise gleich der Anzahl der
  gemessenen Blcke.

Meserie/Grafik
  Diese Funktion gestattet einen schnellen berblick ber die
  Messung. Es werden immer alle aktiven Kanle zusammen
  dargestellt. Falls mehr als ein Block eingelesen wurde, mu
  die Nummer des gewnschten Blocks angegeben werden. Mit der
  Linienfunktion kann man die Mepunkte verbinden. Die Blocklnge
  kann ber Meserie/Parameter auch nachtrglich verndert werden,
  um z.B. nur Teile der Messung darzustellen.

Meserie/Tabelle
  Hier werden die gemessenen Werte aller aktiven Kanle und
  die zugehrigen Zeiten auf dem Bildschirm ausgegeben.

Meserie/Kommentar
  Aufruf eines Texteditors, mit dem die Messung kommentiert werden
  kann. Die Kommentar-Datei erhlt die Dateikennung .ZTX. und
  wird ber das Dateimen zusammen mit den Medaten gespeichert
  und geladen.



Programm

  Hier knnen Programme in die ZELLE nachgeladen und gestartet
  werden. In den meisten Fllen handelt es sich um compilierte
  Simpel-Programme, deren Quelltexte angesehen werden knnen.
  Hinweise zur Programmierung der ZELLE finden sich in Kap.7
  dieser Anleitung.

Programm/Laden
  Dieser Menpunkt fhrt in ein Dateimen der whlbaren Programme.
  Sie tragen die Kennung .BIN. Ein ausgewhltes Programm wird in die
  ZELLE bertragen und kann dort beliebig oft und ohne den PC durch
  die Reset-Taste gestartet werden. Mit dem Programm wird zugleich
  der Quelltext mit der Kennung .SIM geladen, falls er vorhanden ist.

Programm/Start
  Hier wird das Programm in der ZELLE gestartet. Nach dem Ausschalten
  bleibt das Programm aktiv und kann durch Einschalten und Reset
  beliebig oft wieder gestartet werden.

Programm/Beenden
  Das Programm wird angehalten und kann auch durch Reset nicht wieder
  gestartet werden. Es bleibt aber im Speicher der ZELLE und kann durch
  Programm/Start wieder aktiviert werden.

Programm/Text
  Diese Funktion zeigt den Quelltext des geladenen Programms.



Ein/Aus
  Alle aktuellen Eingangszustnde werden laufend angezeigt. So
  knnen die ZELLE und eventuell angeschlossene Zustze direkt
  berprft werden. Es empfiehlt sich, vor jedem Einsatz die
  Batteriespannung im Menpunkt Ein/Aus zu berprfen.

  Sollen Anwendungen der ZELLE als Interface in einer
  Prozesprache geschrieben werden, dann eignet sich dieses Men
  zum manuellen Erproben der Programm-Idee. Jedes Element der
  ZELLE ist genauso zugnglich, wie aus der Prozesprache heraus.

Ein/Aus/DezAus
  Ausgabe eines Dezimalwertes an die Digitalleitungen D1 bis D4.

Ein/Aus/BinAus
  Ausgabe eines Binrwertes an die Digitalleitungen D1 bis D4.

Ein/Aus/StAus
  Vernderung des Zustands des Steuerports.




5. Die Betriebsmodi der ZELLE

Nach dem Einschalten befindet sich die ZELLE in einem von drei
mglichen Betriebsmodi:

   - Warten auf Kommandos vom PC
   - Warten auf Start einer Meserie
   - Starten eines nachgeladenen Programms

Die Betriebsmodi werden vom Monitorprogramm der ZELLE gesetzt.
Zustzlich besteht die Mglichkeit, die Modi ber die Tasten der
ZELLE umzuschalten. Dazu drckt man RESET und START gleichzeitig,
lt dann RESET los und hlt START eine gewisse Zeit lang fest. Damit
erreicht man die folgenden Modi:

     1 Sekunde:   Automatischer Memodus
     3 Sekunden:  Programmodus
     5 Sekunden:  Kommandomodus

Es gengt, diese Zeiten ungefhr einzuhalten, da jeweils eine
Toleranz von +/- 1 Sekunde besteht. Durch die Umschaltung ber die
Tasten ist es mglich, zwei Anwendungen in der ZELLE zu speichern,
zwischen denen man ohne einen PC umschalten kann. Es knnen
Parameter fr eine Meserie eingestellt sein und auerdem z.B. ein
Programm fr eine spezielle Steuerung des Meaufbaus geladen sein.

Ein nachgeladenes Programm kann unter ganz bestimmten Voraussetzungen
dazu fhren, da dem Hostrecher das Umschalten der Betriebsmodi nicht
mehr mglich ist. Ist man auf diese Weise im Programmodus gefangen,
hilft entweder das kurze Entfernen der Batterien oder die
Handumschaltung in den Kommandomodus.



7. Die Prozesprache

Neben der Anwendung als autonomes Medaten-Erfassungssystem
kann die ZELLE auch als normales Interface arbeiten. Alle
Ein- und Ausgnge sind direkt vom PC aus ansprechbar.

Die Prozesprache stellt auf der Basis einer Programmiersprache
(Pascal oder Comal) Befehlserweiterungen zur Verfgung, wie sie
schon vom Modul-Bus-Experimentiersystem her bekannt sind. Die
folgenden Elemente der Prozesprache auf der Basis von Turbo
Pascal zeigen einige Beispiele:

PROCEDURE DezAus (dwert :Byte);
          Gibt ein Byte ber die Digitalleitungen D1 bis D4 aus.
          Beispiel:  DezAus (10);

FUNCTION DezEin :Byte;
          Liest ein Byte von den Digitalleitungen D1 bis D4 ein.
          Beispiel:  Writeln (DezEin);

FUNCTION  Taste: Boolean;
          Liest den Zustand der Start-Taste.
          Beispiel:  REPEAT UNTIL Taste;

FUNCTION UEin (eingang :Byte) :Real;
          Gibt den Wert einer Messung in Volt zurck.
          Beispiel:  Writeln (UEin (1):2:1,'V');

Auer einfachen Ein/Ausgabeoperationen werden auch die Serien-
Mefunktion und das Nachladen von Programmen untersttzt. Der
Anwender braucht sich um die Einzelheiten des Datenaustauschs
zwischen PC und ZELLE nicht zu kmmern.

Die Prozesprache kann gesondert bestellt werden und wird mit
einer ausfhrlichen Dokumentation geliefert.


7. Nachladbare Programme

Das Betriebssystem der ZELLE enthlt Grundfunktionen, die fr
die meisten Anwendungen ausreichend sind. Fr spezielle
Anwendungen besteht jedoch die Mglichkeit, Programme
nachzuladen und in der ZELLE ablaufen zu lassen. Nachladbare
Programme liegen in Form von .BIN-Files vor. Sie knnen z.B.
ber das Monitorprogramm oder die Elemente PROLADEN und PROSTART
der Prozesprache geladen und gestartet werden. Auf der
Programmdiskette sind die Programme BLINK.BIN und SPIEL.BIN als
Demonstrationsbeispiele enthalten.

Die Programme haben Zugriff auf alle Ein- und Ausgnge
der ZELLE, das RAM, die serielle Schnittselle, und die START-Taste
und den internen Expansionsport. Sie knnen fr Steuerungen oder
fr spezielle Messungen eingesetzt werden.

Nachladbare Programme sind Maschinenprogramme im Code der
8048-Prozessoren. Die Anfangsadresse und zugleich Startadresse
ist 0400h. Die Obergrenze ist 07FFh. Die Programme erlauben den
Aufruf von Funktionen des Betriebssystems im Bereich 0000h bis
03FFh. Die Programme knnen mit einem 8048-Assembler geschrieben
werden, wobei allerdings eine genaue Kenntnis der Hardware der
ZELLE Voraussetzung ist.

Zur einfachen Programmierung der ZELLE wurde die Sprache SIMPEL
entwickelt, fr die ein Compiler erhltlich ist. Die meisten
Probleme der Programmierung in Assembler werden damit umgangen.
Eine Demoversion des Simpel-Compilers ist auf der
Programmdiskette enthalten. Alle Quelltexte knnen mit dem
Demo-Compiler verndert, compiliert und in die ZELLE bertragen
werden. Eine genaue Beschreibung der Sprache wird mit der
Vollversion des Simpel-Compilers geliefert. Hier soll nur der
SIMPEL-Quelltext des Beispielprogramms BLINK.BIN abgedruckt
werden:


;Programm Blinklicht, steuert LED der ZELLE an
;Die Bits 0...3 des Ports sind intern mit dem A/D-Wander
;verbunden, das Bit 0 zustzlich mit der LED
;Die Portanschlsse D1...D4 werden ber die Bits 4...7
;angesteuert.

Prozedur blink
AusPort 11111110b      ;oder FEh, oder 254, LED an
Warte 250              ;250 ms
AusPort 11111111b      ;oder FFh, oder 255, LED aus
Warte 250              ;250 ms
ProzedurEnde

Anfang
  Immer blink          ;Endlosschleife
Ende



8. Anhang


 Die Anschlsse der ZELLE

Jede der vier Anschlubuchsen fr Mewandler verfgt ber einen
Analogeingang (A1...A4), einen Digitaleingang (D1...D4), den
Steuerport St, Masse, Betriebsspannung und einen Ausgang fr die
Referenzspannung 2,5V.

      Einzelanschlsse 1 bis 4 (Western-Buchsen)

     Ŀ
                            
                            
       Ŀ  
     
         1  2  3  4  5  6

      Pin 1   Referenzspannung 2,5V
      Pin 2   Betriebsspannung (4V bis 6V) ber Ein-Schalter
      Pin 3   Steuerport St
      Pin 4   Analogeingang 0...2,5V (A1...A4)
      Pin 5   Digitaler Ein/Ausgang (D1...D4)
      Pin 6   Masse



Der Sammelanschlu verfgt ber alle Anschlsse der vier
Einzelanschlsse und zustzlich ber Anschlsse zu den Tasten
"Reset" und "Start".

   Sammelanschlu (Sub-D-15):

        Ŀ
          o9  o10 o11 o12 o13 o14 o15 
                                    Ŀ
        o1  o2  o3  o4  o5  o6  o7  o8  
      


   Pin 1   Reset-Anschlu, aktiv low
   Pin 2   Start-Tasten-Anschlu, aktiv low
   Pin 3   Digitaler Steuerport St
   Pin 4   Masse
   Pin 5   Analog-Eingang A4
   Pin 6   Analog-Eingang A3
   Pin 7   Analog-Eingang A2
   Pin 8   Analog-Eingang A1
   Pin 9   Betriebsspannung 4V...6V ber EIN-Schalter
   Pin 10  Referenzspannung 2,5V
   Pin 11  Masse
   Pin 12  Digitale Ein/Ausgangsleitung D4
   Pin 13  Digitale Ein/Ausgangsleitung D3
   Pin 14  Digitale Ein/Ausgangsleitung D2
   Pin 15  Digitale Ein/Ausgangsleitung D1



Der Anschlu fr die serielle Schnittstelle verfgt ber die
Sendeleitung TXT, die Empfangsleitung RXD und die Masseleitung:

    Serielle Schnittstelle (Sub-D-9)

        Ŀ
          o6  o7  o8  o9  
                        Ŀ
        o1  o2  o3  o4  o5  
      

         Pin 2   Sendeleitung TXD (Daten von der Zelle)
         Pin 3   Empfangsleitung RXD (Daten vom PC)
         Pin 5   Masse

   Verbindungskabel sind fr PC/XT (25-polig Sub-D), PC/AT
   (9-polig Sub-D) und fr Apple Macintosh (Mini-DIN-8)
   erhltlich.



Hinweise zu den Digitalports:

Die digitalen Ein-/Ausgabeleitungen D1...D4 und St sind
quasi-bidirektionale Ports, d.h. sie knnen ohne
spezielle Umschaltung als Eingnge und als Ausgnge benutzt
werden. Sie sind kurzschlufest, nicht aber gegen negative
Spannungen oder berspannungen gesichert.

Der Ruhezustand aller fnf digitalen Portleitungen nach dem
Einschalten der ZELLE ist HIGH. In diesem Zustand sind sie
hochohmig und drfen als digitale Eingnge benutzt werden.
Schalter knnen direkt gegen Masse angeschlossen werden. Wird
ein Portanschlu durch ein Programm zurckgesetzt, dann wird er
niederohmig, so da ohne Treiber kleine Lasten mit Strmen bis
zu 10 mA direkt getrieben werden knnen. Z.B. lt sich eine
Leuchtdiode mit einem Vorwiderstand von 330 direkt gegen +5V
anschlieen. Sie wird damit in negativer Logik angesteuert.

Werden Portanschlsse als Eingnge verwendet und von auen
hochgesetzt, gleichzeitig aber flschlich durch einen
Ausgabebefehl von innen zurckgesetzt und damit niederohmig
gemacht, dann knnen Kurzschlustrme von ca. 30mA pro
Portanschlu flieen. Um diesen Fall auszuschlieen, sollte man
nie Schalter oder andere niederohmige Elemente direkt gegen +5V
anschlieen.

 Hinweise zu den Analogeingngen:

Die Analogeingnge A1 bis A3 sind extrem hochohmig (> 100M) und
zeigen als offene Eingnge zufllige Spannungen, meist 2,55V.
Sie knnen mit sehr hochohmigen Meobjekten (Ri > 1M) verbunden
werden.

Der Eingang A4 dient gleichzeitig zur berwachung der
Betriebsspannung. Er ist intern durch einen hochohmigen
Spannungsteiler (820k/470k) mit der Betriebsspannung
verbunden. Die Batteriespannung berechnet sich aus der an A4
gemessenen Spannung mit (U4*470/1290). Als vierter Eingang fr
externe Mespannungen kann A4 nur niederohmige Meobjekte
messen. Wird Kanal 4 extern benutzt, kann die Betriebsspannung
nicht mehr gelesen werden.



 Hinweise zur Spannungsversorgung:

Das Gert ist in erster Linie fr den Betrieb mit Batterien
ausgelegt. Die Betriebsdauer betrgt ca. 100 Stunden bei
Verwendung von Alkali-Mangan-Zellen. und ca. 30 Stunden beim
Betrieb mit NC-Akkus. Die Zellen drfen bis etwa 4V entladen
werden. Extern angeschlossene Mewandler knnen von den
Batterien der ZELLE mitversorgt werden. Die Betriebsdauer mit
einem Batteriesatz verringert sich entsprechend.

In Stellung AUS des EIN/AUS-Schalters liegt das RAM weiterhin
an der Batterie, so da alle Daten erhalten bleibem. Die
Betriebsspannung des brigen Gerts (zugnglich ber den
Sammelstecker und die Einzelanschlsse) ist dann abgeschaltet
und gegen Masse kurzgeschlossen. Daher eignen sich die
Betriebsspannungsanschlsse des Sammelsteckers und der
Einzelanschlsse nicht zum Anschlu eines externen Netzgerts.
Bei versehentlichem Ausschalten der ZELLE wrde das Netzgert
nmlich ebenfalls kurzgeschlossen.

Betrieb ohne Batterien ist mglich, wenn ber den Anschlu fr
externe Versorgung ein stabilisiertes Netzgert mit 5V bis 6V
angeschlossen wird. Der Anschlu liegt parallel zu den
Anschlssen der Batterien der ZELLE. Die Batterien mssen
daher aus dem Gert entfernt werden, da sie sonst auslaufen
knnten oder das Netzgert beschdigen knnen. NC-Akkus drfen
nicht in der ZELLE ber den Anschlu fr externe Versorgung
geladen werden, da das RAM immer mit angeschlossen ist und
durch berspannungen gefhrdet wre.


 Hinweise zur Datenpufferung:

Im ausgeschalteten Zustand bleiben alle Daten, Einstellungen und
Programme der ZELLE erhalten, weil das RAM der ZELLE immer mit
der Batterie verbunden bleibt. Die Stromaufnahme betrgt dabei
weniger als 1A. Es ist daher mglich, die ZELLE auf dem Weg zum
Meort und zurck auszuschalten, um die Batterien zu schonen.
Oder man kann ein einmal geladenes Programm ber lngere Zeit
bereithalten.

Das Einschalten der Zelle lst einen RESET aus. Im Memodus der
ZELLE wird dabei der Datenzeiger auf den Speicheranfang
zurckgestellt. Im Programm-Modus wird durch RESET das aktuelle
Programm neu gestartet.


 Jumperstellungen:

Die beiden Jumper J1 und J2 auf der Platine der ZELLE dienen zur
Auswahl von vier mglichen Versionen des Betriebssystems.

    J1    J2
    0     0     Betriebssystem mit 9600 Baud
    1     0     Betriebssystem mit 1200 Baud
    0     1     frei fr sptere Erweiterungen
    1     1     frei fr sptere Erweiterungen


Software fr die ZELLE:

Die folgende bersicht zeigt die  fr die Zelle verfgbare
Software, und zwar auf der einen Seite Anwenderprogramme, auf der
anderen Seite Programmierwerkzeuge.


 Ŀ
                                                         
                   Die ZELLE                             
        Mikrocontroller-System fr Meaufgaben           
     4-Kanal A/D, 4 I/O, 8K RAM, batteriegepuffert       
                                                         
         Anwenderprogramme               Programmierung  
 
                                                
                                                
   Meprogramme   Ŀ     PC-Programme  Ŀ
       fr autonome Messungen                          
                                        Prozesprache: 
     MONITOR                                           
     Messen + direktes Steuern          Turbo Pascal   
                                        Comal          
     PRISMA                             QBasic         
     Messen + Darstellen                               
                                      
     ZELLRM                                   
     Lrmmessung + Auswertung                  
               
                                                
                                                
   Meprogramme   Ŀ    Zelle-Programme  Ŀ
         fr Labormessungen                              
                                       8048-Assembler    
     MEDA  (Schwerpunkt Physik)                          
     Messen + Auswerten                SIMPEL            
                                     
     UNIMESS (Schwerpunkt Chemie) 
     Messen + Auswertungen        
                                  
  


Literaturverzeichnis:

1]  LSW, Mobile Mewerterfassung mit der Zelle - Systemhandbuch -
    Soest 1993

2]  LSW, Themenhaft Lrm, Soester Verlagskontor, Soest 1989

3]  LSW, Interfacesysteme, Teil 1, 2. Auflage, Soest 1992

4]  LSW, Mobile Mewerterfassung mit der Zelle - Anwenderhandbuch -
    Soest 1994

5]  B.Kainka, Messen, Steuern und Regeln ber die
    RS232-Schnittstelle, Franzis' 5. Auflage 1993

6]  Die Zelle, Simpel-Programmsammlung, Modul Bus GmbH 1992

7]  B.Kainka, PC-Schnittstellen angewandt, Elektor-Verlag 1993
